Was zählt ist die Leistung, nicht die Position. Diesen Anspruch wünschen sich immer mehr Unternehmen, die über zu starre und unflexible Strukturen klagen.
Heute werden in vielen Unternehmen wichtige Positionen von Personen besetzt, die nicht der Aufgabe gewachsen sind. Manche sind schlicht weg Fehlbesetzungen, andere wurden durch das Unternehmenswachstum nach oben gespült. Die Ursache ist verschieden – das Problem das gleiche.

Entscheidungsprozesse stocken, Kommunikation scheitert und Abläufe werden nicht verbessert. Mediokratie ist ein Schlüsselbegriff dazu, den Wikipedia etwas sperrig wie folgt definiert: „Mit dem von der soziologischen Eliteforschung entwickelten Begriff Mediokratie, abgeleitet von lateinisch mediocris „mittelmäßig“ und griechisch κρατειν (transkr. kratein) „herrschen“, beschreiben Sozialwissenschaftler eine hierarchische Situation, in der eher mittelmäßig begabte Menschen die entscheidenden Schaltstellen einer Gesellschaft besetzt halten und ihre Macht dazu nutzen, um höher begabten Konkurrenten den Aufstieg zu verwehren. Von Bedeutung ist der Begriff vor allem in Studien zur herrschenden Klasse in Politik und Wirtschaft.“

Unternehmen müssen immer wieder alle Mitarbeiter und Führungskräfte auf den Prüfstand stellen, ob die richtigen Personen an den richtigen Stellen sitzen. Oder ob es Weiterentwicklungen bedarf, oder Job-Veränderungen angestoßen werden sollten. Welche Mitarbeiter können den Weg weiterhin mitgehen, welche Personen passen aber auch nicht mehr in die Organisation. Traditionelle große Organisationen wie Konzerne schaffen oft Ruheinseln für Führungskräfte, die dann aber eher als Vorgesetze im Sinne „der wurde mir vorgesetzt“ wahrgenommen werden. Durch eine fast formelle Unkündbarkeit fahren diese oft das Tempo und die Energie zurück und berufen sich auf ihre formelle Macht und Autorität. Dies führt zu mangelnder Führungsdynamik. Aktive und leistungsfähige Mitarbeiter erleben dabei schwache und blockierende Vorgesetzte und sind frustriert. Nur eine wandlungsfähige Unternehmenskultur setzt auch voraus, dass Positionen und Personen in Frage gestellt werden. Das ist jedoch ein nicht zu unterschätzender Veränderungsprozess.