Gesten mit den Händen dürfen in keinem Vortrag fehlen

Arme und Hände sind neben der Mimik unser stärkstes nonverbales Ausdrucksmittel und echte Multitalente. Sie können den Inhalt einer Rede oder Präsentation verstärken, aber auch allein für sich eine Menge ausdrücken. Gesten mit den Händen dürfen deshalb in keinem Vortrag fehlen. Doch was ist bei ihrem Einsatz zu beachten, und wie lassen sie sich optimal einsetzen? Hier die wichtigsten Regeln:

01. Symbole zeigen

Gesten müssen Ihren Inhalt unterstreichen und dürfen nicht widersprüchlich sein. Einige Beispiele: Wenn Sie von einer großen Menge sprechen, demonstrieren Sie mit beiden Armen diese große Menge. Wollen Sie ein Ziel verfolgen, dann strecken Sie die Hand nach vorne. Gibt es drei wichtige Punkte, dann zeigen Sie seitlich von Ihrem Körper drei nach oben gespreizte Finger. Ein wirtschaftlicher Anstieg lässt sich darstellen, indem man eine Aufwärtsbewegung mit der Hand ausführt. Eine wichtige Aussage kann mit dem nach oben gestreckten Zeigefinger betont werden. Eine gegenteilige Meinung drücken Sie aus, indem Sie eine oder beide Handflächen nach vorne schieben und den Körper zurück und gleichzeitig den Kopf seitlich wegdrehen. Eine minimale Veränderung zeigen Sie, indem Sie Zeigefinger und Daumen zusammenführen.

02. Gestik vor Wort

Gesten wirken dann besonders stark, wenn das nonverbale Signal vor der verbalen Aussage erfolgt. Denn üblicherweise spricht zuerst der Körper, dann folgt das Wort. Eine Emotion äußern wir zuerst durch unser körpersprachliches Verhalten und dann sprachlich. Sind beispielsweise Politiker richtig zornig, dann hauen Sie zuerst auf das Rednerpult und beginnen erst danach mit Ihrer Kritik. Eine gute Methode, das zu lernen: Lesen Sie Märchen mit vollem Körpereinsatz. Stellen Sie das Märchenbuch auf einen Notenständer und geben Sie die Erzählung sowohl nonverbal als auch in Worten wieder. Je öfter Sie diese Reihenfolge trainieren, desto automatischer werden Sie sie künftig zum Einsatz bringen.

03. Arme weg vom Oberkörper

Achten Sie darauf, niemals die Arme an den Körper zu pressen, sonst wirken Sie ganz schnell unsicher und unterwürfig. Befolgen Sie stattdessen folgende Formel: Je größer die Gruppe, desto größer dürfen Ihre Armbewegungen ausfallen, damit die Signale auch bei jedem im Publikum ankommen. Solche ausladenden Gesten werden Ihnen am Anfang sehr ungewohnt erscheinen. Je öfter Sie sich dazu durchringen, desto selbstverständlicher werden die Armbewegungen sich anfühlen, und Sie werden bald den Unterschied in Sachen Wirkung merken.

04. Kämpfen Sie gegen die Schwerkraft an

Aus reiner Gewohnheit tendieren wir alle zu sogenannten Abwärtsbewegungen. Wir lassen die Arme oder die nach hinten gedrehten Handflächen nach unten fallen, weil das am wenigsten anstrengt. Nur leider wirkt das eher negativ auf das Publikum. Ein bisschen mehr Muskelarbeit ist also gefragt, um diese „wegwerfenden“ Gesten in Aufwärtsbewegungen umzuwandeln. Führen Sie Handbewegungen immer bewusst von unten nach oben aus und zeigen Sie Ihrem Publikum ruhig die nach oben gerichteten Handflächen, als wollten Sie etwas geben. Darauf reagieren Menschen äußerst positiv.

05. Die lockeren Handgelenke

Wenn Sie Arme und Hände zum Einsatz bringen, ob für große oder kleine Gesten, achten Sie auf Ihre Handgelenke. Mit lockeren oder beziehungsweise abgeknickten Handgelenken wirkt jede Geste schwächer und manchmal auch etwas albern. Für eine kraftvolle Wirkung sollten Ihre Handgelenke daher bei allen Gesten möglichst fest sein.

06. Und: üben, üben, üben

Die wichtigste Regel für jeglichen Einsatz von Körpersprache: nur Übung macht den Meister. Je sicherer Sie mit nonverbalen Signalen umzugehen wissen, desto wohler fühlen Sie sich vor Publikum und desto wirkungsvoller sind Ihre Haltung, Gestik und Mimik. Inszenieren und trainieren Sie also jeden Vortrag vorher so oft es geht. Ebenso wie Sie sich bemühen, sich den Inhalt einer Präsentation so gut wie möglich einzuprägen, sollten Sie auch an Ihrer Performance arbeiten. Üben Sie vor dem Spiegel, mit einer Videokamera, vor Kollegen und Freunden und in einem normalen Gespräch. Etwa zwei Monate braucht ein Mensch, um sich neue Verhaltensweisen einzuprägen Es sei denn, Sie gehören zu den wenigen Menschen, die dafür ein angeborenes Talent haben.