Unternehmen sind ständig im Change. Sollte sich hier also eine wirksame Vorgehensweise nicht längst etabliert haben? Könnte man zumindest meinen, doch gibt es hier sicherlich kein Patentrezept, das sich auf jedes Change-Projekt adaptieren lässt. Dafür ist jedes Projekt einfach zu individuell.

Was wir aber aufzeigen können, sind Gründe, warum Change-Projekte meistens scheitern. Sieben sind es genau an der Zahl – zumindest aus unserer Sicht. Wenn Sie diese beherzigen, wird Ihr nächster Change merklich besser ablaufen und eher zu den gewünschten Ergebnissen führen. Und hier sind sie.

1. Keine eindeutige Auftragsklärung

Meist werden Change-Projekte viel zu schnell gestartet und es kommt nicht zu einer sauberen Auftragsklärung.

Also: Definieren Sie vor dem Start des Projekts das Ziel, welchen Nutzen das Vorhaben stiften soll, wie das Vorhaben im Gesamtkontext zu Mission und Vision der Organisation steht etc.

2. Kultur und Werte werden nicht beachtet

Von jemand anderem das Konzept übernehmen? Kann nicht funktionieren. Mit einer solchen Vorgehensweise wird es keine Passung zur eigenen Unternehmenskultur geben.

Also: Überlegen Sie, für welche Werte das Unternehmen steht oder stehen will. Könnte der Change auch einen Kulturwandel bedeuten? Oder ist möglicherweise sogar einer nötig, um den Change überhaupt durchführen zu können?

3. Miese Kommunikation

Wo nicht miteinander gesprochen wird, kann man kein gemeinsames Ziel erreichen.

Also: Reden Sie miteinander! Klären Sie, was mit dem Change-Projekt angestrebt wird, welchen Nutzen die Beteiligten davon haben, für wen er Vorteile haben wird und welche Schritte wann und warum angegangen und umgesetzt werden. Und zwischendurch: immer wieder updaten.

4. Keine Klarheit und Transparenz

Besprechungen hinter verschlossenen Türen, keine Informationen wann was und warum umgesetzt wird, sind Gift für jedes Change-Vorhaben.

Also: Holen Sie die Mitarbeiter mit ins Boot. Fragen Sie aktiv nach deren Befürchtungen, Wünschen, Ängsten aber auch Ideen und Hinweisen. Informieren Sie persönlich und nutzen Sie das Wissen und die Kompetenzen der Menschen und Sie werden beobachten können, dass die Einstellung zum Positiven kippen wird.

5. Betroffene werden ausgegrenzt

Ein Stück weit steckt hier auch Punkt 4 drin: Jeder mittelbar und unmittelbar von Change Betroffene muss wissen, was Sache ist. Andernfalls herrscht Unverständnis und Ablehnung.

Also: Holen Sie von Beginn an alle Beteiligten – und wir meinen wirklich alle – mit ins Boot. Ein Hausmeister kann genauso wertvolle Tipps zur Umsetzung geben wie ein IT-Mitarbeiter oder Ingenieur. Nehmen Sie jeden Einwand, jeden Hinweis ernst und ziehen ihn in Ihre weiteren Überlegungen ein.

6. Es gibt keine 100 % Planbarkeit

Ein Change-Projekt zu 100 % zu planen wird nicht funktionieren. Was heute aussehen mag wie der richtige Weg mit der idealen Strategie, kann morgen schon wieder ganz anders sein.

Also: Verabschieden Sie sich von dieser Annahme. Denken Sie immer daran, dass es während einer Veränderung immer wieder neue Rahmenbedingungen gibt, die es nötig machen, seine Ziele entsprechend anzupassen. Seien Sie offen dafür. Seien Sie wachsam. Dann können Sie auch besser handeln.

7. Erfolge werden nicht gefeiert

Veränderungsprojekte werden meist neben dem aktuellen Tagesgeschäft abgewickelt und bedeuten zusätzliche Belastung. Ist der Change »durch«, geht man meist ohne weitere Beachtung in die Routine über. Endlich…

Also: Läuten Sie bewusst das Ende eines Change-Projekts ein und feiern Sie bewusst dessen Zielerreichung. Auch wenn es »nur« das Zusammentrommeln der Belegschaft ist und ein paar Worte dazu gesagt werden. Wichtig ist, dass jeder mitbekommt, wie die aktuelle Lage ist und was erreicht wurde. Das stärkt den Zusammenhalt im Team und nimmt die Angst vor der nächsten Veränderung.

Viel Erfolg bei Ihrem nächsten Change-Projekt!