Steffi Burkhart – Generation Z – Nach Y kommt Z

Warum es höchste Zeit für die Arbeitswelt ist, sich mit der Generation Z zu beschäftigen

Überall in der Arbeitswelt sind derzeit die vieldiskutierte Generation Y und der von ihr ausgehende Wertewandel mehr als präsent. Treffen aber Personaler auf die heutigen jungen Bewerber, so stellen sie fest: die Bewerber sind weder karriereorientiert noch wollen sie Flexibilität am Arbeitsplatz. Mit den Erkenntnissen von Prof. Dr. Scholz macht das endlich Sinn: Die Jugendlichen gehören nicht zur Generation Y, sondern zu der von ihm beschriebenen Generation Z. Und damit unterscheidet sie nicht nur der Buchtstabe von ihrer Vorgängergeneration.

Unter Generation Z werden all diejenigen verstanden, welche ab dem Jahr 1995 geboren wurden. Ihre ältesten Vertreter, mittlerweile über 20 Jahre alt, sind demnach eindeutig im Arbeitseintrittsalter. Während die Generation Y schon mitten im Arbeitsleben steht, ist es nun an den Unternehmen, die Generation Z als potenzielle und dringend benötigte Arbeitnehmer zu erkennen und zu gewinnen. Nur so kann gegen dem voranschreitenden Fachkräftemangel in Deutschland entgegengewirkt werden.

Aufwachsen im digitalen Alltag

Doch worin unterscheidet sie sich genau von der Generation Y? Oftmals wird die Generation Z als „Digital Natives 2.0“ bezeichnet. Ihre Vorgänger gehören zur ersten Generation, die mit Internet und E-Mail groß geworden ist und dies als Hype, als etwas Neues, Besonderes erlebt hat. Die Generation Y nutzt deshalb alle Möglichkeiten aus, die die Digitalisierung ihr bietet, genießt daher die Flexibilität in vollen Zügen und strebt das höchste Maß an Work-Life-Blending an. Sie möchte von überall und zu jeder gewünschten Zeit arbeiten können. Um flexible Arbeit geht es auch hier auf dem Blog.

Die Jugend von heute dagegen wächst in einer fortgeschrittenen Welt der Kommunikationstechnologien und sozialen Medien auf – einem digitalen Alltag. Sie empfindet es als völlig normal über WhatsApp ständig erreichbar zu sein, mit Cloudlösungen überall Musik hören oder auf Daten zugreifen zu können. Aber anstatt nur die Vorteile zu sehen und auszunutzen, hinterfragt sie den digitalen Alltag auch. Fragt man Vertreter der Generation Z selbst, sind ihnen die Gefahren der Erreichbarkeit und Grenzenlosigkeit durchaus bewusst. Von den Eltern hat die Generation Z gelernt: wer sich nicht abgrenzen kann, brennt aus. Seit Jahren wird über die steigende Anzahl der Burn-out Erkrankungen berichtet. Das will die Generation Z tunlichst vermeiden. Work-Life-Separation trifft es für sie eher.

Familie als Mittelpunkt des Lebens

Ein weiterer Grund führt zu dieser Einstellung unter den Jugendlichen und manch einer mag sie deshalb als konservativ oder biedermeierlich bezeichnen: Privatleben geht vor. Die Familie bildet in der heutigen Zeit den zentralen Ort des Aufwachsens. Umsorgt und in Watte gepackt werden die sogenannten Helikoptereltern zum wichtigsten Bezugspunkt im Leben. Laut dem Kinder- und Jugendbericht des Deutschen Bundestags geben 90% der Jugendlichen an, ein gutes Verhältnis zu ihren Eltern zu haben. Dies ist auch in Bezug auf das Arbeitsleben von Bedeutung. Die McDonald’s Ausbildungsstudie zeigt, dass die Eltern die wichtigsten Ratgeber sind, wenn es um die Ausbildungsentscheidung geht.

Mit Sicherheit in den „War of Talents“

Zu ihren beliebtesten Arbeitgebern gehört laut dem Trendence Schülerbarometer der öffentliche Dienst. Auch das passt nicht zu den Beschreibungen der nach Selbstverwirklichung und Karriere strebenden Generation Y. Die Suche der Generation Z nach Sicherheit ergibt aber Sinn. Sie ist in einer Welt aufgewachsen, in der Wirtschaftskrise, befristete Arbeitsverträge, Massenentlassungen und das dauerhafte Praktikantendasein von jungen Menschen zur Normalität gehören.

Die Wirtschaft darf die Abgrenzung der Generation Z nicht länger ignorieren oder sie gar mit dem Gießkannenprinzip der Generation Y abtun. Der Vormarsch der Generation Z in die Arbeitswelt lässt sich nicht länger aufhalten. Auch diese Generation wird einen erneuten Wertewandel mit sich bringen. Laut Scholz basieren 99% aller Personalmarektingmaßnahmen jedoch auf der Generation Y. Im Zeitalter des „War for Talents“ müssen Arbeitgeber aber um jede Fachkraft kämpfen. Die Generation Z darf deshalb nicht länger mit der Generation Y in einen Topf geworfen werden. Zeit also, umzudenken.

Quellen

Deutscher Bundestag (Hrsg.). (2017). 15. Kinder- und Jugendbericht. Bericht über die Lebenssituation junger Menschen und die Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland.

Bund, K., Heuser, U. J., & Kunze, A. (2013). Wollen die auch arbeiten?

Klaffke, M. (2014). Millenials und Generation Z – Charakteristika der nachrückenden Arbeitnehmer-Generationen. In M. Klaffke (Hrsg.), Generationen-Management (S. 57 – 82). Wiesbaden: Springer Gabler.

McDonald’s Deutschland Inc. (2015). Die McDonald’s Ausbildungsstudie 2015. Entschlossen unentschlossen. Azubis im Land der (zu vielen) Möglichkeiten. Eine Repräsentativbefragung junger Menschen im Alter von 15 bis 25 Jahren.

Scholz, C. (2014). Generation Z. Wie sie tickt, was sie verändert und warum sie uns alle ansteckt. Weinheim: Wiley-VCH.

Trendence Institut (Hrsg.). (2017). trendence Schülerbarometer 2017.

Autorin: Miriam Steckl

2018-02-22T12:07:45+00:00Februar 28th, 2018|

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