Wirkungsvolle Vorträge benötigen Zeit und Vorbereitung. Manchmal haben wir diese Zeit nicht, manchmal nehmen wir sie uns nicht. Das Ergebnis sind Vorträge, die das Publikum nicht erreichen.

Mit den folgenden fünf Fragen bereiten Sie sich in kurzer Zeit gut vor und schärfen Ihre Botschaft.

1. Was die Kernbotschaft Ihres Vortrags?

Jeder Vortrag hat ein Credo, eine Schlüsselbotschaft. Damit ist DER EINE SATZ gemeint, auf den Sie Ihre Rede reduzieren könnten. Was soll beim Publikum hängenbleiben? Die Antwort darauf bringt viel Klarheit. Zuerst Ihnen und dann im zweiten Schritt Ihren Kunden. Je klarer Ihre Botschaft ist, umso leichter können Ihre Zuhörer Ihnen folgen. Oder anders gesagt:

If you confuse, you lose. Donald Miller

Denken Sie dran: Nicht alles ist wichtig. Klare Aussagen bleiben haften – und sie werden weitererzählt. Fragen Sie sich konsequent: „Was ist der Kern meines Vortrags, was kann ich noch weglassen?“ Wenn Sie diesen einen Satz klar formuliert haben, sind Sie Ihren standing ovations schon ein ganzes Stück näher. Falls Sie sich dabei Unterstützung wünschen, senden Sie mir eine kurze Mail. 

2. Was ist das Ziel Ihres Vortrags?

In der klassischen Heldenreise gibt es den Ruf des Abenteuers. Der Protagonist macht sich auf, um ein Ziel zu erreichen. Gleiches gilt für Sie und Ihre Kunden während Ihrer Rede.

Welches Ziel möchten Sie gemeinsam mit Ihren Zuhörern erreichen? Und woran werden Sie merken, dass Sie es erreicht haben? Je klarer Sie das auf den Punkt bringen, umso besser.

3. Wer sitzt da vor Ihnen?

Wer entscheidet, ob Ihr Vortrag relevant ist oder nicht? Richtig, Ihre Zuhörer. So gern viele Redner im Mittelpunkt stehen möchten… Sie präsentieren für Ihr Publikum. Und je genauer Sie wissen, wer vor Ihnen sitzt, umso leichter können Sie Ihre Zuhörer für sich gewinnen?

Hilfreiche Fragen sind:

  • Wie groß ist die Gruppe?
  • Wer genau sitzt da vor Ihnen?
  • Welches Problem bewegt Ihre Zuhörer gerade?
  • Welche Erwartungen hat Ihr Publikum?
  • Welche Kenntnisse zum Thema können Sie voraussetzen?
  • Welche Ansprache passt zum Anlass?
  • Was wird sich für Ihre Kunden verändern?
  • Mit welchen Widerständen können Sie rechnen?

Falls Sie nicht alle Informationen bekommen, verlassen Sie sich auf Ihre Erfahrungen und wagen einen Schuss ins Blaue. Sie ahnen wahrscheinlich, welche Erwartungen Ihr Publikum an Ihren Vortrag hat.

Das ist auf jeden Fall besser, als die Folien vom letzten Vortrag zu nehmen und das Datum auf der Startfolie zu ändern. Aber wer macht das denn schon?

4. Welche Medien benötigen Sie?

Für viele Redner und Rednerinnen sind Programme wie PowerPoint, Keynote oder Prezi der Standard. Schön und gut. Je nach Thema, Kunden und Rahmenbedingungen bieten sich für Sie auch andere Möglichkeiten an. Fragen Sie sich:

  • Was unterstützt die Botschaft am besten?
  • Welche Unterstützung benötige ich, um meine Idee verständlich zu vermitteln?

Bei kleinen Gruppen kann schon ein iPad oder Flipchart ausreichen, um Ihren Punkt zu verdeutlichen. Und manchmal ist eine kurze Story aussagekräftiger als ein vollgepacktes Diagramm.

Bitte denken Sie immer an einen Plan B. Ich habe meine Präsentation immer auf einem Stick dabei und zusätzlich in der Cloud. Falls der Rechner mal ausfällt… (ist schon passiert.) Überlegen Sie, was alles schiefgehen kann, damit Sie dafür gewappnet sind.

5. Wieviel Zeit brauchen Sie für Ihren Vortrag?

Schätzen Sie einmal… wie lange haben Sie bis jetzt gebraucht, um diesen Artikel bis hier zu lesen? Unsere Zeitwahrnehmung ist sehr subjektiv. Laut Dr. Julia Shaw unterschätzen die meisten von uns, wie lange wir für eine Aufgabe benötigen.

Wie können Sie also ein Gefühl dafür bekommen, wie lange Ihr Vortrag dauert (damit Sie nicht gnadenlos überziehen oder Ihr Publikum verlieren)? Die Antwort ist ganz einfach: üben!

Teilen Sie Ihren Vortrag am besten in einzelne Sequenzen auf. Aristoteles lässt grüßen: Einleitung, Hauptteil und Schluss. Reden Sie sich ein paar Mal in das Thema rein – und stoppen Sie die Zeit.

Wenn Sie ein Gefühl für die Zeit haben, werden Sie sicher besser vorbereitet fühlen und Sie können auf kurzfristige Änderungen souverän reagieren. Auch das schafft mehr Wirkung und Resonanz für Ihre Botschaft.

Viel Freude und Erfolg bei der Vorbereitung Ihres nächsten Vortrags.

Quelle: https://www.michaelgeerdts.com/5-fragen-fuer-wirkungsvolle-vortraege-auch-wenn-sie-keine-zeit-haben/