Sie haben es bestimmt auch schon gemacht! Wie oft wird über die Führungsetagen der großen Konzerne geschimpft? Meist schreibt man den Managern und Wirtschaftsführern und selbst dem eigenen Chef Attribute wie machtsüchtig, korrupt, eiskalt zu. Ressentiments gegen Unternehmer gibt es seit Urzeiten. Der Wirtschaftsboss mit der dicken Zigarre war früher ein beliebter Stereotyp. Heute ist es der cool wirkende Manager, der Millionengehälter einstreicht, sich nach außen hui präsentiert und nach innen einen Mitarbeiter zusammenpfeift, weil er lieber bei der Geburt eines Kinds dabei war, als am Firmenevent teilzunehmen. Von den vielen, vielen anderen ehrlichen Managern und Unternehmern redet kaum jemand.

Doch urteilen wir hier vorschnell?

Natürlich gibt es diejenigen, denen die Bürde der Verantwortung, die Versagensangst und die endlosen Arbeitsstunden sichtlich ins Gesicht geschrieben steht. Ich erlebe aber oft das Gegenteil. Wann immer ich Vorständen großer Konzerne begegne, überrascht mich eines: ihre Freundlichkeit. Sie kommen auf mich zu, reichen mir die Hand und wirken ganz entspannt. Nichts da von Eisigkeit, Verbitterung, Hybris. Und noch eines verwundert mich in solchen Momenten: Ich habe den Eindruck, nicht ich sei hier diejenige, die die Gunst meines Gegenübers gewinnen muss, sondern der Mann oder die Frau vor mir, die Führungskraft mit tausenden von Mitarbeitern. Wirkungskompetenz ist auch hier der Schlüssel, mit dem sich dieser Effekt erklären lässt. Natürlich weiß mein Gegenüber, dass es viel mächtiger ist als die kleine Beraterin für Körpersprache und Wirkung. Ein solches Selbstbewusstsein macht souverän, erlaubt einem die Freiheit, auf andere Menschen, seien es Hochrangige, Mitarbeiter oder Dienstleister wie mich, ohne Dünkel zuzugehen. Die Statusfrage ist ja geklärt. Hinzukommt eine sehr große Erfahrung im Umgang mit Menschen, im Idealfall kombiniert mit einer hohen Empathie. Wer Menschen führen will, sollte beides haben: Wirkungskompetenz und Empathie. Und beides kann man erlernen.

Auch Wirtschaftsführer und Unternehmer lassen sich von den Machern hinter den großen Marken inspirieren, an der eigenen Wirkung zu feilen. Jeff Bezos von Amazon oder Elon Musk von Tesla sind weltbekannte Namen geworden. Steve Jobs war sicherlich der größte von ihnen, sein früher Tod erschütterte Millionen. Jeder hatte ein Bild von ihm, viele glaubten ihn zu kennen und waren beeindruckt von diesem Mann. Ob Bezos, Musk oder Jobs die ehrenwertesten Führungsgestalten sind, sei dahingestellt. Gerade die nachwachsende Generation der CEOs von morgen orientiert sich an ihnen.

Ein Mangel an charismatischen Unternehmern gibt es auch in Deutschland nicht. Klaus Hipp, Wolfgang Grupp (Trigema), Dirk Rossmann oder Götz Werner (dm), Kasper Rorsted (adidas).

Sie verkörpern ihre Marke, ihr Unternehmen, ihr Versprechen überzeugend. Ihre Wirkung auf andere ist Teil ihres Geschäftserfolgs.

Doch dieses Modell birgt auch ein Risiko in sich. Dann nämlich, wenn die Unternehmerpersönlichkeit stolpert oder sogar tief fällt. Ist es deshalb wirklich immer wünschenswert, wenn heutzutage die CEOs der DAX-Konzerne so viel Medienpräsenz zeigen? Zwischen der Notwendigkeit, offen und transparent zu führen, und der Gefahr, eine Art Personenkult zu fördern mit allen seinen möglichen Konsequenzen, sollte deshalb gründlich abgewogen werden. Sofern diese Abwägung überhaupt noch in der Hand der Entscheider liegt. Aktionäre, Investoren, Medien wollen sehen, wer das Zepter in der Hand hält. Wem sie ihr Geld, ihre Aufmerksamkeit anvertrauen sollen. Das Licht ist heller als früher, die Suchscheinwerfer unerbittlich. Wer kann sich da noch verschanzen in seinem Büro?

Das sind auch nur Menschen, lautet unsere Antwort hier. Eine Binsenweisheit, natürlich. Wie Politiker, Filmstars und andere Celebrities feilen auch Unternehmerpersönlichkeiten eifrig an ihrer Selbstdarstellung, und Berater und Assistenten greifen ihnen unter die Arme. Als normale Menschen könnten sie diesen Aufwand nicht treiben. Sie wollen, dass wir ihre Persönlichkeit positiv wahrnehmen und ihr die Werte und Überzeugungen zurechnen, die sie aus meist wirtschaftlichem Kalkül transportieren möchten. Gelingt ihnen das, haben sie ihrem Unternehmen einen starken Wettbewerbsvorteil gesichert.

Was bedeutet das für Sie als Führungskraft? Arbeiten Sie an Ihrer Wirkungskompetenz und Empathie. Das sind die entscheidenden Werkzeuge, um Ihre Mitarbeiter, Kunden und Partner zu überzeugen. Von Ihren Produkten, Dienstleistungen, Ihrem Unternehmen und Ihrer Persönlichkeit.

Quelle: https://www.matschnig.com/managen-influencen/